Der kleine Trauringratgeber


Trauringe sind das sichtbare Symbol der Liebe zweier Menschen zueinander und des gemeinsamen Willens zusammen durch das Leben zu gehen. Kein anderes Schmuckstück hat eine so hohe emotionale Bedeutung, keine andere Erinnerung an die eigene Hochzeit ist so präsent wie das Paar Ringe, mit dem der Bund fürs Leben besiegelt wurde. Bereits in der Antike wurden Trauringe getragen. Schon bei den alten Ägyptern und Römern war der Tausch zweier gleichartiger Ringe als Liebespfand üblich. In der christlichen Kirche symbolisiert der Trauring die Treue und die Beständigkeit der vor Gott bezeugten Verbindung. So wie der Ring kein Anfang und Ende kennt, soll auch die Verbindung der Liebenden ewig währen. Schon seit dem 13. Jahrhundert gehört deshalb der Trauring fest in den kirchlichen Ritus.
Neben der emotionalen Bedeutung gibt es auch einige Fakten, die man über seine Trauringe wissen und beim Kauf in Betracht ziehen sollte. Kaum ein anderes Gut hat so hohe Erwartungen zu erfüllen. Trauringe sollen extrem langlebig sein, jeden Tag getragen werden, komfortabel und stabil zugleich sein, formschön und dabei möglichst nicht der Mode unterworfen sein. Das Pflichtenheft ist also umfangreich und nicht jede Idee und jedes Material oder jede Herstellungsart wirklich gut geeignet. Daher hier einige Tipps:

Welches Material?
Schon bei der Wahl des Materials ist die Auswahl groß. Stahl, Titan, Silber, Palladium, Gold und Platin – alle werden als Trauringe angeboten. Doch welches Material paßt zu mir? Ist es wirklich geeignet?.

Der Klassiker unter den Trauringen. Kein anderes Material ist in unserer Kultur so positiv besetzt – ein Herz aus Gold, treu wie Gold, goldene Zeiten oder ein goldiges Wesen sind nur einige Sätze, die belegen, wie hoch dieses Edelmetall bei uns im Kurs steht. Natürlich und gerade für Trauringe.
Gold gibt es in verschiedenen Farben und Legierungen. Die wichtigsten Farben sind Gelbgold, Weißgold und Rotgold. Gold hat in reiner Form eine sehr schöne, sattgelbe Farbe, die in der Regel durch die Legierung mit anderen Metallen etwas heller wird. Generell gilt, daß je höher der Goldanteil ist, die Farbe näher am Original verbleibt. Weißgold entsteht heute in der Regel durch die Beimengung von Palladium, was dem Material eine leicht ins Graue tendierende weiße Farbe verleiht. Die meisten Trauringe aus Weißgold werden noch mit einer Schicht Rhodium überzogen. Dieses Edelmetall verleiht dem Weißgold dann platinähnliche Farbe und Glanz. Rotgold entsteht durch die Beimengung von Kupfer. Je nach der Menge des Kupfers in der verwendeten Legierung changiert die Farbe zwischen einem leichten Rosé und einem intensiven Rot.
Die häufigsten Legierungen haben von 1000 Gewichtsanteilen 333, 585 oder 750 Teile Gold. Während 585er und 750er Gold hervorragend für Trauringe geeignet sind – sie sind weitestgehend abriebfest und sehr form- und farbstabil – ist die 333er Legierung weniger geeignet. Das Material ist zwar preisgünstig, es ist dabei jedoch spröde, wenig abriebfest und hat durch seinen hohen Anteil an unedlen Metallen ein erhöhtes Allergierisiko.
Silber ist ein Edelmetall mit einer schönen weißen Farbe, dessen großer Vorteil sein günstiger Preis ist. Während es sehr gerne für Freundschaftsringe verwendet wird, findet es sich bei Trauringen wesentlich seltener. Dies liegt an seinen ungünstigen Materialeigenschaften. Silberlegierungen sind im Verhältnis sehr weich. Die Ringe werden häufig nach einiger Zeit unansehnlich und Muster nutzen sich ab. Dazu kommt, daß Silber beläuft und daher häufig gereinigt werden muß. Zwar sind die meisten neuen Ringe mit einem Anlaufschutz versehen, doch dieser nutzt sich im Laufe des Tragens ab.
Platin ist das Edelmetall mit dem schönsten Weiß und die exklusivste Wahl für Trauringe. Es ist schwerer und 30-mal seltener als Gold. Platin ist so rar, daß das gesamte Platin der Welt, in ein olympisches Schwimmbecken gefüllt, kaum die Füße bedecken würde. Es ist das widerstandsfähigste aller Schmuckmetalle. Platin wird meistens in der international anerkannten Legierung 950 verarbeitet. Es ist damit das reinste aller Edelmetalle und Dank dieser Reinheit hypoallergen. Zwar werden gelegentlich in Deutschland auch andere Legierungen angeboten – jedoch sind diese international unüblich.
Palladium ist ein dem Platin verwandtes Edelmetall, dessen weiße Farbe es zu einer Alternative für Weißgold macht. Es ist deutlich leichter als Platin und wesentlich günstiger. Palladium wird heute in den meisten Weißgoldlegierungen als Ersatz für das allergieerregende Nickel verwendet und verleiht dem Weißgold seine leicht ins graue tendierende Farbe. Als Material für Trauringe ist es ein aufsteigender Stern, da es preislich zwischen Silber und Weißgold angesiedelt ist. Palladium wird mittlerweile von einer ganzen Reihe von Herstellern angeboten.
Beide Materialien sind sehr stabil und in vielen Formen zu haben. Dazu kommt der verhältnismäßig günstige Preis. Titan ist dabei völlig allergiefrei, während Stahl in sehr seltenen Fällen Allergien hervorrufen kann. Als dauerhafte Lösung scheinen jedoch beide nicht geeignet – sie lassen sich leider nie wieder in der Größe verändern. Ändern sich also die Finger, müssen neue Ringe gekauft werden. Darüber hinaus läßt sich über den emotionalen Wert beider Materialien streiten.
Während Carbon vor Jahren noch eher als Baustoff im Bauwesen und im Motorsport zu finden war, erobert es mittlerweile aufgrund seiner angenehmen Haptik auch die Schmuckwelt. Durch die natürliche dunkle Maserung ist Carbon sehr interessant für die Schmuckherstellung und ermöglicht aufregende Designs.
Durch die fest verbundenen Kohlenstofffasern erreicht Carbon eine hohe Steifigkeit, die sogar härter als Stahl ist. Dabei ist es aber sehr leicht und beim Tragen am Finger kaum spürbar und auch für Allergiker durch die hohe Hautverträglichkeit und Nickelfreiheit sehr gut geeignet. Preislich sind Carbonringe fast konkurrenzlos günstig.

Wie entsteht ein Qualitäts-Trauring?
Generell gilt, daß besonders Gold und Platin wertvolle und seltene Metalle sind, deren Grundpreis international gleich ist. Wodurch entstehen also die teilweise scheinbar großen Unterschiede im Preis der Anbieter? Nun ist noch nicht jeder versprochene Preisvorteil auch einer, der in der Realität ankommt - Papier und Webseiten sind grundsätzlich sehr geduldige Medien und häufig werden Produkte miteinander verglichen, die eben nur scheinbar gleich sind. Große Unterschiede gibt es in den Produktionsverfahren, in den Legierungsqualitäten und bei den Herstellungsbedingungen. Natürlich kann man Trauringe auch produzieren, indem man einfach Rohlinge von gezogenen Edelmetallrohren abschneidet, weniger Wert auf eine qualitativ hochwertige Legierung legt, auf billige Arbeitskräfte in Fernost und schlechte Arbeitsbedingungen setzt und sich beim Design hemmungslos die Ideen anderer zu eigen macht. Ein qualitativ hochwertiger Trauring, der seinen Trägern ein wirklich gutes Gefühl vermittelt, entsteht so allerdings nicht.
Wie also entsteht Qualität bei Trauringen? Alles beginnt mit den Ideen erfahrener Schmuckdesigner, die die Formen entwickeln und die Materialien und Farben vorgeben. Gold- und Platinschmiede entwickeln dann die Produktionsverfahren, mit denen die Ideen dann umgesetzt werden. Die Produktion beginnt mit der Auswahl einer geeigneten Legierung. Aus ihr wird eine Platte gegossen, die mit großem Druck ausgewalzt wird. Dies verdichtet das Material, verdrängt Gußblasen und verbessert die Materialeigenschaften. Aus dieser Platte wird dann der fugenlose Rohling ausgestanzt, dem die Gold- und Platinschmiede seine endgültige Form verleihen. Sollen verschiedene Farben oder Edelmetalle miteinander verbunden werden, gilt es die unterschiedlichen Materialeigenschaften der verschiedenen Legierungen sorgfältig zu berücksichtigen. Tut man dies nicht, können an den Nahtstellen Spannungen entstehen, die auf Dauer die Verbindung bis zum Brechen schwächen können. Soll der Ring noch mit einem Diamanten versehen werden, beginnt die Arbeit der Gemmologen und Diamantgutachter, die die Steine auswählen und auf Farbe, Schliff und Reinheit überprüfen. Erfahrene Fasser sorgen dann für einen perfekten Sitz des Steines im Ring. Abschließend sorgen dann die Polisseusen für den gewünschten Glanz der Ringe.

Wo einkaufen?
Juwelier, Goldschmied, Trauringspezialist, Versandhaus oder Internet? Die Zahl der Trauringanbieter ist groß und unübersichtlich und eine verbindliche Antwort auf die oben gestellte Frage gibt es natürlich nicht.
Während die klassischen Versandhäuser in den letzten Jahren ihre Bedeutung weitgehend verloren haben, wächst das Internet und offeriert eine Vielzahl von Angeboten. Doch ist nicht jedes Angebot so gut wie es auf den ersten Blick erscheint. So fiel gerade erst vor kurzem einer der größten Internet- und Discountanbieter im Qualitätstest durch. Dieser versprach jeden Trauring namhafter Hersteller günstiger und qualitativ mindestens gleichwertig anbieten zu können. Im Test zeigten sich jedoch schon auf den ersten Blick erhebliche Mängel in der Verarbeitung, deutliche Design-abweichungen und eine wesentlich schlechtere Qualität der verarbeiteten Diamanten.
Juweliere und Trauringspezialisten treten meist mit den Kollektionen der großen Hersteller und Manufakturen an. Angefangen mit den Kollektionen der auf einen günstigen Preis zielenden Hersteller bis hin zu den luxuriösen Ringen der Premium-Manufakturen decken sie ein breites Spektrum an Trauringen ab. Ein relativ neues Thema sind vor allem im Bereich der günstigen Hersteller die vielen Kollektionen unechter Musterringe. Sie ermöglichen es den Geschäften mit geringem Eigenkapitaleinsatz eine große Auswahl verschiedener Muster zu zeigen. Nachteil ist, daß sich mit unechten Ringen die Trageeigenschaften und die korrekte Farbe der zukünftigen Trauringe deutlich schlechter beurteilen lassen, als dieses bei Musterringen aus dem Originalmaterial der Fall ist. Die meisten Premium-Manufakturen lehnen deshalb diese unechten Musterringe ab. Ähnlich verhält es sich mit den mittlerweile von allen Handelsformen gerne eingesetzten, computergestützen Trauring-Konfiguratoren. Sie ermöglichen meistens eine fast unbegrenzte Vielfalt von Ringen, die aber nur virtuell zu sehen sind. Hier braucht der Trauringkäufer etwas Vorstellungvermögen und das Vertrauen zum Hersteller, daß die Ringe dann auch so aussehen, wie man sie sich vorgestellt hat. Entscheidend ist auch bei den Konfiguratoren eine gute Beratung, denn nicht jeder Ring, der möglich ist, ist auch angenehm zu tragen.

Goldschmiedekunst – Mehr Individualität geht nicht
Goldschmiedekünstler können Ringe individuell anfertigen. Doch was ist Goldschmiedekunst?
Unter Goldschmiedekunst wird allgemein die künstliche Herstellung oder das Verzieren von Gegenständen aus Silber, Gold und Platin verstanden. Es wird also nicht nur Gold verwendet, sondern generell Edelmetalle.
Mehr Individualität geht nicht. Handwerklich sowie künstlerisch hochwertige Unikatschmuckstücke herzustellen, das perfektioniert die Goldschmiedekunst. Ebenso wie eine Hochzeit individuell und einzigartig gestaltet ist, ist dies auch bei Schmuckstücken der Goldschmiedekunst so. Eigene gestaltete Trauringe können also ein weiterer Ausdruck einer einzigartigen Ehe sein.
Wichtig in diesen Ideenwerkstätten ist es, eigene Entwürfe vorzustellen und diese mit dem Handwerker durchzusprechen. Wie viel Geld soll ausgegeben werden? Welche Edelmetalle sollen verwendet werden? Auch Eigenschaften wie Widerstandsfähigkeit, Form und mögliche Breite müssen bei der Anfertigung der Trauringe berücksichtigt werden. Mehr Individualität geht nicht, da jeder Trauring oder jedes andere Schmuckstück ein Unikat ist. Denn Handarbeit wird groß geschrieben. Ob klassisch, modern oder mit Sonderwünschen – nahezu alles ist möglich. Persönliche Beratung ist das A und O, wenn es um das festliche Hochzeitsfest und die dazugehörigen Trauringe geht.


Juwelier Stuke

Marktstraße 32
26382 Wilhelmshaven

Tel. 04421 806160

Zum Hochzeitspartner

Modehaus Havekost

Bahnhofstraße 28
26939 Ovelgönne

Tel. 04401 98098

Zum Hochzeitspartner
Copyright © Werbeagentur Seebaer GmbH
Impressum • Datenschutz • AGBsKontakt